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Am Dienstag im Ausschuss: Neuer Grüner Anlauf für mehr Bio-Lebensmittel in den Landesküchen

Eine kurze Zeitreise: Bereits 2001 (!) wurde nach einer Grünen Initiative im Landtag einstimmig beschlossen, dass alle Lebensmitteleinkäufe des Landes zu 25 Prozent aus biologischem Anbau zu beziehen sind. Das war ein im Bundesländervergleich frühes und positives politisches Signal aus der Steiermark. Und dieser Beschluss wird immer wieder auch in anderen Bundesländern zitiert. Nur umgesetzt wurde er in der Steiermark kaum. Den Anfragebeantwortungen zu einer Grünen Anfragenserie in der letzten Gesetzgebungsperiode „Biolebensmittel in landeseigenen Einrichtungen“ an die Landesregierung ist zu entnehmen, dass lediglich einige wenige der landeseigenen Einrichtungen sich mit mindestens 25 % Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft versorgen.

Die Grünen starten daher jetzt eine neuerliche Initiative: Der Grüne Landtagsabgeordnete Georg Schwarzl hat dazu einen Antrag eingebracht, der am morgigen Dienstag erstmals auf der Ausschuss-Tagesordnung stehen wird. Schwarzl zitiert in seiner Begründung auch „Bio Ernte“-Obmann Gschier: Der Bio-Umsatz wachse jährlich um fünf bis acht Prozent, derzeit werde „ein Viertel unserer Flächen biologisch bewirtschaftet. Es ist kein utopisches Ziel, dass wir in zehn Jahren bei 35 Prozent der Fläche sein wollen.“ Und: „Wenn man bedenkt, dass pro ÖsterreicherIn und Jahr 19 Kilogramm Lebensmittel auf dem Müll landen, kann man sagen: Mit Umdenken und Verzicht an den richtigen Stellen – wir brauchen nicht immer spanische Tomaten im Winter – können steirische Biobauern zwar nicht die Welt ernähren, aber die Steiermark sehr wohl.“ Neben der Herkunft legen die Konsumentinnen und Konsumenten bei Bio-Lebensmitteln außerdem viel Wert auf eine artgerechte Tierhaltung, ergänzt Schwarzl, die er in Zukunft verstärkt in den Vordergrund rücken will.

Vor diesem Hintergrund wäre es höchst an der Zeit, dass sich die steirische Landesregierung ihrer Vorbildrolle besinnt „und endlich den Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2001 umsetzt“, so Schwarzl, der sogar noch einen Schritt weiter geht: „25 Prozent Bio-Anteil ist der erste Schritt: Innerhalb von drei Jahren sollte ein Anteil von 50 Prozent angestrebt werden“, fordert der Grüne Abgeordnete in seinem Antrag. (3. Februar 2020)